Erfolgreicher Auftakt der Veranstaltungsreihe Mühldorfer Generationengespräch am Campus Mühldorf a. Inn

Experten der Hochschule Rosenheim informierten beim ersten Mühldorfer Generationengespräch über den altersgerechten Zugang von Kindern und Jugendlichen zum Thema Demenz und luden zur gemeinsamen Diskussion.

v.l.n.r.: Prof. Heinrich Köster, Elisabeth Huber, Landratsamt Mühldorf a. Inn, Bürgermeisterin Marianne Zollner, Stadt Mühldorf a. Inn, Prof. Dr. Sabina Schutter, Prof. Dr. Katharina Lüftl, Prof. Dr. Julian Löhe, alle Hochschule Rosenheim

Am 25. Juli lud die Hochschule Rosenheim zum ersten Mühldorfer Generationengespräch in die Räumlichkeiten des Campus Mühldorf a. Inn. Bürgermeisterin Marianne Zollner, Elisabeth Huber, Stabsstellenleiterin Lernen vor Ort am Landratsamt und Hochschulpräsident Prof. Heinrich Köster eröffneten die Veranstaltung.

Prof. Dr. Katharina Lüftl, Professorin für Pflegewissenschaft, referierte über altersgerechte Zugänge für Kinder und Jugendliche zum Thema Demenz. Anhand verschiedener Beispiele zeigte sie auf, dass Kinder für den konstruktiven Umgang mit demenzerkrankten Menschen gute Voraussetzungen mitbringen, da sie die Denk- und Fühlwelt eines Menschen mit Demenz ernst nehmen und auf einer unbewusst emotionalen Ebene akzeptieren können. Sie appellierte daran, mit Kindern und Jugendlichen einen offenen Dialog über die Demenzerkrankung aufzunehmen und stellte ausgewählte Kinderbücher sowie Beispiele aus Film und Fernsehen vor, die hierfür als Türöffner dienen können. Dabei hob sie hervor, dass es kein Rezept dafür gibt, richtig mit Kindern über Demenz zu sprechen, sondern nur individuelle Lösungen, die zur jeweiligen Familie passen. Sie ermutigte: „Durch die gemeinsame Beschäftigung mit dem Thema können Familien Strategien für den Umgang mit Demenz entwickeln und in Verbindung mit den demenzerkrankten Personen bleiben!“

Prof. Dr. Sabina Schutter, Professorin für Pädagogik der Kindheit und Jugend, vergleicht anhand des Konzepts von „Agency“ die Handlungsfähigkeiten von Kindern und Demenzkranken sowohl mit Blick auf die ihnen zugeschriebenen Kompetenzen als auch auf ihre Handlungsspielräume. Ähnlichkeiten zeigen sich sowohl in der rechtlichen Situation als auch hinsichtlich der Möglichkeiten zur Partizipation. Indem Handlungsfähigkeit als Ergebnis sozialer Beziehungen definiert wird, schließt Prof. Schutter, „dass wir alle dazu aufgefordert sind, Handlungsspielräume zu eröffnen, insbesondere für diejenigen, die sie nicht von vornherein haben. Das sind unter anderem Kinder und Menschen mit Demenz.“

Das nächste Mühldorfer Generationengespräch findet im Herbst/Winter statt, in dem es wieder um einen der vielen  Zusammenhänge zwischen Alten und Jungen geht, die einem erst hier deutlich werden. Weitere Termine, Kontakt zum Campus und den Studienangeboten finden Sie unter www.campus-muehldorf.de

Old Browser Link