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Fachvorträge

Öffentliche Fachvorträge zu astronomischen Themen

Regelmäßig berichten Fachreferenten aus ihrer täglichen astronomischen Arbeit zu aktuellen Themen. Die Vorträge sind populärwissenschaftlich und finden im Raum B 0.23 der Hochschule Rosenheim statt. Jedermann ist dazu herzlich eingeladen.

Mi 28.03.2018, 19 Uhr, B023: Dr. Raimund Strauß: "Licht ins Dunkel - Die Suche nach dunkler Materie"

Astronomen haben eine äußerst merkwürdige Entdeckung gemacht: Beobachtungen in Galaxien und Galaxienhaufen zeigen eindeutig, dass es eine neue Art von Materie geben muss, welche die Masse der bekannten Materie bei weitem übersteigt. Sie macht sich nur über ihre Schwerkraftwirkung bemerkbar und leuchtet nicht. Diese Eigenschaft hat ihr den Namen "Dunkle Materie" eingebracht. Bislang ist es nicht gelungen, diese rätselhafte Materieform auch auf der Erde in Experimenten nachzuweisen. Eine Möglichkeit besteht darin, dass sich hinter der Dunklen Materie eine neue Teilchenart verbirgt, die von Teilchenphysikern WIMPs genannt werden. Sie meinen damit "Weakly Interacting Massive Particles", die massereich sind und nur über die gravitative und die schwache Kraft wechselwirken. Motiviert durch die Entdeckungen der Astronomen, machen sich Teilchenphysiker daran, die Dunkle Materie auch direkt auf der Erde nachzuweisen. Hierbei gibt es verschiedene Methoden, wobei im Vortrag besonders auf das Untergrundlabor-Experiment CRESST im Gran Sasso Tunnel in Italien eingegangen wird.

Kosmologen haben in den letzten beiden Jahrzehnten herausgefunden, dass die normale Materie, die wir kennen (das Periodensystem der Elemente) nur 5% der Gesamtmasse des Weltalls ausmacht. Die „Dunkle Materie“ macht 27% der Masse aus und die noch geheimnisvollere „Dunkle Energie“ sogar 68%. Das Verständnis der dunklen Materie würde also diese ungelösten dunklen Rätsel des Universums immerhin teilweise lösen.

Dr. Raimund Strauß arbeitet als Post-Doc am Max-Planck-Institut für Physik in München und ist am CRESST-Experiment beteiligt.

Bildergalerie zum Vortrag (Klick auf Bild vergrößert)

  • Bullet Cluster. 4 Milliarden Lichtjahre entfernte Kollision zweier Galaxienhaufen. Röntgenaufnahme mit Schockwelle durch Zusammenstoß (Chandra/NASA)
    Bullet Cluster. 4 Milliarden Lichtjahre entfernte Kollision zweier Galaxienhaufen mit Indizien für dunkle Materie. Röntgenaufnahme mit Schockwelle durch Zusammenstoß (Chandra/NASA)
  • Bullet Cluster. 4 Milliarden Lichtjahre entfernte Kollision zweier Galaxienhaufen. Galaxien im sichtbaraen Licht mit darübergelegter Röntgenaufnhame (Magellan/Chandra/NASA)
    Bullet Cluster. 4 Milliarden Lichtjahre entfernte Kollision zweier Galaxienhaufen mit Indizien für dunkle Materie. Galaxien im sichtbaren Licht mit darübergelegter Röntgenaufnhame (Magellan/Chandra/NASA)
  • Experimentelle Suche nach Dunkler Materie: Aussenansicht des CRESST-Experimentes im Gran Sasso Untergrundlabor in Italien (Foto: Astrid Eckert / MPP)
    Experimentelle Suche nach Dunkler Materie: Aussenansicht des CRESST-Experimentes im Gran Sasso Untergrundlabor in Italien (Foto: Astrid Eckert / MPP)
  • Experimentelle Suche nach Dunkler Materie mit dem CRESST Experiment: Wissenschaftler bei der Installation von Detektoren im Reinraum  (Foto: Astrid Eckert/MPP)
    Experimentelle Suche nach Dunkler Materie mit dem CRESST Experiment: Wissenschaftler bei der Installation von Detektoren im Reinraum (Foto: Astrid Eckert/MPP)
  • Experimentelle Suche nach Dunkler Materie mit dem CRESST Experiment: Kryostat zum Herabkühlen der Detektoren auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunktes (Foto: Astrid Eckert/MPP).
    Experimentelle Suche nach Dunkler Materie mit dem CRESST Experiment: Kryostat zum Herabkühlen der Detektoren auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunktes (Foto: Astrid Eckert/MPP).
  • Der Referent: Dr. Raimund Strauss (müder Wissenschafler nach getaner Arbeit im Gran Sasso Untergrundlabor in Italien). Foto: MPP
    Der Referent: Dr. Raimund Strauss (müder Wissenschafler nach getaner Arbeit im Gran Sasso Untergrundlabor in Italien). Foto: MPP

Mo 04.06.2018, 19 Uhr, B023: Dipl.-Phys. Dieter Heinlein: "Der Meteoritenfall 2016 bei Simbach/Inn"

Nach einer spektakulären Feuerkugel ereignete sich am 6. März 2016 ein Meteoritenfall bei Stubenberg in Niederbayern, unweit Simbach am Inn, fast genau 100 km nordöstlich von Rosenheim. Es ist einer von insgesamt nur sieben dokumentierten Meteoritenfällen in Bayern.

  • Wie entstehen überhaupt Meteore und Feuerkugeln?
  • Was passiert genau, wenn Fragmente von Kometen oder Asteroiden mit der Erde zusammenstoßen?
  • Passieren solche Ereignisse stets überraschend oder sind diese möglicherweise im Voraus berechenbar?
  • Unter welchen Bedingungen verglüht alle Materie in der Atmosphäre?
  • Unter welchen Umständen kann es zu einem Meteoritenfall, d.h. zum Niedergang kosmischer Brocken auf der Erde, kommen?

Der Physiker Heinlein gibt Antworten auf diese Fragen und zeigt auf, wie die Meteoritenforschung die Entstehung unseres Planetensystems entschlüsselt hat. In seinem unterhaltsamen Vortrag räumt er mit Irrtümern und Fehleinschätzungen auf, die es bzgl. Sternschnuppen und Meteoriten gibt. Er berichtet u.a. über den berühmten Meteoritenfall von Neuschwanstein am 06.04.2002 und den weltweit Aufsehen erregenden Fall von Chelyabinsk/Russland am 15.02.2013.

Nach der Feuerkugel vom 06.03.2016 ereignete sich ein Meteoritenfall bei Stubenberg in der Nähe von Simbach/Inn. Dank präziser Dokumentierung der Leuchtspur dieses Boliden konnten das Fallgebiet sehr gut berechnet und Suchaktionen eingeleitet werden. Innerhalb weniger Wochen nach dem Fall konnten sehr frische und hoch interessante Meteoritenbruchstücke im kalkulierten Streufeld gefunden werden. Heinlein koordinierte die Suche und die wissenschaftliche Auswertung der Fundstücke. Er berichtet in seinem Vortrag aus erster Hand über die spannende Jagd nach den Steinmeteoriten und über die Ergebnisse der beteiligten Forscher.

Dieter Heinlein ist Technischer Leiter des Feuerkugelnetzes des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Institut für Planetenforschung). Seit 40 Jahren sammelt er Meteorite und ist auf diesem Gebiet auch als anerkannter Gutachter tätig.

Bildergalerie zum Vortrag (Klick auf Bild vergrößert)

  • Die Feuerkugel des Meteoritenfalls über Stubenberg (Foto: P.Spurny)
    Die Feuerkugel des Meteoritenfalls über Stubenberg (Foto: P.Spurny)
  • Erstfund Meteorit Stubenberg (Foto: D.Heinlein)
    Erstfund Meteorit Stubenberg (Foto: D.Heinlein)
  • Hauptmasse Meteorit Stubenberg (Foto: R.Mettler)
    Hauptmasse Meteorit Stubenberg (Foto: R.Mettler)
  • Der Referent Dieter Heinlein mit dem Meteoriten Stubenberg (Foto: G.Heinlein)
    Der Referent Dieter Heinlein mit dem Meteoriten Stubenberg (Foto: G.Heinlein)
  • Der Referent Dipl.-Phys Dieter Heinlein (DLR-Feuerkugelnetz).
    Der Referent Dipl.-Phys Dieter Heinlein (DLR-Feuerkugelnetz)

Weitere Vorträge sind in Vorbereitung

Im Moment sind weitere Vorträge in Vorbereitung. Die genauen Termine stehen noch nicht fest. Infos dazu erhalten Sie im Aushang "D-Gebäude", die Hochschul-Website und unseren Newsletter (s.u.). Dazu werden unsere Veranstaltungen regelmäßig in der lokalen Presse, rosenheim24.de, in Radio-Charivari sowie im Regionalfernsehen RFO bekanntgegeben.

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Nachtrag zum Vortrag

Dipl-Ing. Tilmann Denk am 24.11.2016

Die Erforschung des Ringplaneten Saturn: Raumsonde Cassini für dem 'Großen Finale'.

Saturn (NASA, Cassini (CC))

Wo kann man die Bilder der Cassini-Mission im Internet runterladen? Welche anderen astronomischen Bilder der Großteleskope oder Raumsonden sind öffentlich zugänglich?

Eine Liste mit Links der NASA, ESA, ESO wo man Zugriff auf die Fotos erhält finden Sie im Download unter Links ("Links zu den Fotos der Weltraumsonden" unter www.sternwarte-rosenheim.de/links)

NASA-Bilder sind grundsätzlich public domain (CC=Creative Commons-Lizenz), bei anderen Quellen ist das nicht immer der Fall.

Nachtrag zum Vortrag

Dr. Josef Gaßner am 15.01.2014

Physik-Nobelpreis 2013: Das Higgsteilchen: seine Bedeutung für unser Weltbild und sein Nachweis am Large Hadron Collider (LHC)

Dr. Josef Gaßner
Dr. Josef Gaßner

"Volle Hütte" war mal wieder angesagt beim öffentlichen Astronomie-Kolloquium der Sternwarte Rosenheim, als Dr. Josef Gaßner das hochkomplexe Thema allen Interessierten darlegte.

Für alle, die den tollen Vortrag verpassten, gibt es die Möglichkeit diesen im You-Tube-Kanal von Lesch & Gaßner nochmal anzuschauen, als Dr. Gaßner am 18.11.2014 den fast identischen Vortrag bei den Sternenfreunden Fürth hielt (Titel "Higgs & LHC - der Stand heute und wie gehts weiter"). Hier der Link:

Sehen Sie hier den inhaltlichen fast gleichen Vortrag von Dr. Josef Gaßner online - auf seinem You-Tube-Kanal.

Nachtrag zum Vortrag

Prof. Dr. Harald Lesch am 29.10.2012

Der Außerirdische ist auch nur ein Mensch!

Professor Doktor Harald Lesch
Prof. Dr. Harald Lesch

Die Hochschule war gefüllt bis in den letzten Winkel: großer Hörsaal, Foyer, Cafeteria: Übertragung auf drei Leinwände: über 1000 Fans von Prof. Dr. Harald Lesch (LMU München, Hochschule für Philosophie, ZDF, BR) lauschten seinen Ausführungen zum Thema: "Der Außerirdische ist auch nur ein Mensch!"

Zwei Stunden lang ein Feuerwerk der Astrophysik und Philosophie ein wahrer Höhepunkt der Feierlichkeiten zu "25 Jahre Sternwarte Rosenheim". 

Sehen Sie hier den Vortrag von Prof. Dr. Lesch online - Regionalfernsehen Oberbayern (RFO).

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