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Öffentlicher Astro-Vortrag: „Jahrhundertsensation: Erste direkte Messung von Einsteins Gravitationswellen“

Simulation von zwei verschmelzenden Schwarzen Löchern (Credit: The SXS Simulating eXtreme Spacetimes Project)

Referent Dr. Andreas Müller vom Exzellenzcluster Universe der TU München

Simulation der Gravitationswellen-Emission zweier verschmelzender Schwarzer Löcher (W.Benger, Albert-Einstein-Inst., Golm)

Einer der beiden LIGO-Gravitationswellen-Laserinterferometer in Livingston/USA (LIGO Scientific Collaboration)

Einer der beiden LIGO-Gravitationswellen-Laserinterferometer in Hanford/USA (LIGO Scientific Collaboration)

Wellenform des Gravitationswellen-Ereignisses GW150914, gemessen in Hanford (oben) und in Livingston (Mitte) sowie Vergleich mit Berechnungen (durchgezogene Linien). Beide Detektoren wiesen nahezu identische Wellenformen derselben Quelle nach (unten). (Credit: LIGO Scientific Collaboration)

Wahrscheinliche Himmelsorte der Quellen von den beiden Gravitationswellen-Ereignissen GW150914 und GW151226 (Credit: LIGO Scientific Collaboration & Axel Mellinger)

Astrophysiker Dr. Andreas Müller veranschaulicht Gravitationswellen und ihre Bedeutung an der Hochschule Rosenheim.

Am 12. Januar 2017 laden Hochschule und Sternwarte Rosenheim wieder zum öffentlichen astronomischen Kolloquium. Der Astrophysiker und wissenschaftliche Koordinator im Exzellenzcluster "Origin and Structure of the Universe" der Technischen Universität München, Dr. Andreas Müller, erklärt in seinem Vortrag, wie man sich Gravitationswellen vorstellen muss, woher sie kommen, wie man sie nachweisen kann und welche Erwartungen die neue Ära der Gravitationswellenastronomie mit sich bringt.

Die Wissenschaftler freuten sich sehr, als sie im Jahr 2015 die Messdaten der LIGO-Observatorien, zwei kilometergroßen Messgeräten in den amerikanischen Bundesstaaten Washington und Louisiana, erhielten: nach jahrzehntelangen ergebnislosen Versuchen konnten erstmals Gravitationswellen experimentell nachgewiesen werden. Das dafür gebaute „Laser Interferometer Gravitationswellen Observatorium“, kurz LIGO, ist ein Zusammenschluss von mehr als tausend Wissenschaftlern aus 16 Nationen, die sich den Nachweis von Albert Einsteins bereits im Jahr 1916 vorhergesagten Gravitationswellen zum Auftrag gemacht hatten. Rund 100 Jahre nach Einsteins Theorie, am 14. September 2015, um 10.53 Uhr, empfingen die beiden rund 3.000km auseinanderliegenden LIGO-Detektoren die Daten, die eine neue Ära in der Gravitationswellenastronomie eingeläutet haben. Empfangen und ausgewertet wurde das Signal im größten für LIGO tätigen Rechenzentrum im Albert-Einstein-Institut in Hannover.

Gleich in mehrerlei Hinsicht handelt es sich hier um einen Triumph der Forschung. Gravitationswellen lösen ein extrem geringes Beben in der sogenannten Raumzeit aus, dass es eine messtechnische Meisterleistung ist, dieses Beben überhaupt zu erfassen. Es ist ein Riesenerfolg der Supercomputer, die das Signal in aufwendige Simulationen umrechnen und darstellen konnten. Eine weitere besondere Leistung ist, dass das Signal eindeutig dem Verschmelzungsakt zweier Schwarzer Löcher, in einer wahrscheinlich 1,3 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie, zugeordnet werden konnte. Die Daten wurden mehrere Monate intensiv analysiert, um mögliche Messfehler ausschließen zu können.

Der Astrophysiker Dr. Andreas Müller ist bekannt dafür, komplexe Inhalte leicht verständlich zu erklären, ohne dabei oberflächlich zu sein. In seinem öffentlichen Vortrag erklärt er, welch enorme Leistung der Wissenschaft hier gelungen ist und welche Bedeutung diese epochalen Ergebnisse für die Gravitationsforschung haben.

Do 12.01.2017, 19.00 Uhr, Hochschule Rosenheim, Raum B 0.23
Dr. Andreas Müller: "Jahrhundertsensation: Erste direkte Messung von Einsteins Gravitationswellen"


Regelmäßig berichten Fachreferenten aus ihrer täglichen astronomischen Arbeit zu aktuellen Themen. Die Vorträge sind populärwissenschaftlich und finden im Raum B 0.23 der Hochschule Rosenheim statt. Jedermann ist dazu herzlich eingeladen. Weitere Informationen und Bildmaterial hierzu finden Sie unter www.sternwarte-rosenheim.de/vortraege


Die Pressemitteilung zum Download:

 

 

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