Studiengang Holztechnik
Eine Grundausbildung, viele Spezialisierungen!
Warum Holztechnik studieren?
1. Warum Holz?

- Holz als Roh- und Werkstoff
Wenn ich als Professor für Werkstoffkunde in den ersten Tagen des Studiums die Studenten frage, was sie an Holz so fasziniert, kommen Antworten wie: „unverwechselbar“, „warm“, „natürlich“, „fühlt sich einfach gut an“. Holz ist also vor allem ein Werkstoff, der emotional anspricht, der Wohlbefinden signalisiert. Und gerade die Vielfältigkeit im Bild und die Ausstrahlung des natürlichen Werkstoffs wird von den Holzverwendern geschätzt.
Holz zeigt Leben - mit dicken Jahrringen aus guten Jahren, mit Holzfehlern, mit Ecken und Kanten - eine gewachsene Schönheit.
Sind wir „Holzköpfe“ deshalb Träumer? Nein, es gibt auch viele rationale Gründe, warum wir uns im Studium verstärkt mit dem Werkstoff Holz auseinandersetzen. Einer der wichtigsten Punkte ist die echte, langfristige Verfügbarkeit des Rohstoffs. Holz wächst nach. Dieser Werkstoff wird noch unseren Enkeln zur Verfügung stehen. Holz ist zukunftsfähig, während andere synthetische Werkstoffe wie Plastik und Stahl immer knapper und teurer werden.
Dabei sollte man auch beachten, dass Holz ein heimischer Rohstoff ist. Um ihn muss kein Krieg in fernen Ländern geführt werden und lange Transportwege fallen auch weg.
Wenn wir über die Werkstoffe der Zukunft nachdenken, werden es vor allem nachwachsende Werkstoffe wie Holz sein.
Mit der Anwendung von Holz werden die endlichen Ressourcen dieser Erde geschont. auf das die Welt auch noch lebenswert bleibt.
Holz als nachwachsender Rohstoff

- Wald als nachwachsende Rohstoffquelle
Aber auch mit den nachwachsenden Vorräten an Holz muss man effizient umgehen. In Deutschland darf nur soviel Holz eingeschlagen werden, wie auch nachwächst. Und jeder Baum den man nicht sofort einschlagen und nutzen muss, ist natürlich ökologisch wie ökonomisch ein Vorteil. Unsere Holz-Ingenieure lernen deshalb auch effizient mit unserer Ressource Holz umzugehen und welche Möglichkeiten es gibt, aus der Konstruktion eines Produkts heraus weniger zu verbrauchen. Leichtbau ist nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische Notwendigkeit. Auch die ganzheitliche Nutzung des anfallenden Holzes ist ein wichtiger Punkt den unsere Holz-Ingenieure beherrschen sollen.
Ein schönes Möbel aus Holz hat fast keine fossilen Rohstoffe verbraucht und wenn das Holz-Produkt seinen Dienst getan hat, kann es CO2-neutral verbrannt werden. Das CO2 welches bei der Verbrennung freigesetzt wird, wurde ja vorher vom Baum aus der Luft genommen.
Und gerade die energetische Nutzung von Holz ist auf Grund der Verteuerung und Verknappung von Erdöl und Erdgas und der CO2 unschädlichen Verbrennung stark im Aufwind. Natürlich sind das auch Themen im Studium:
Wie ist die ökologische und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Energieerzeugung aus Holz und Holzresten in den verschiedenen Fällen in der Praxis möglich?
Es gibt auch beim jahrhundertealten Werkstoff Holz noch viel zu entdecken. Hier tun sich durch die Umsetzung moderner Technologien neue Möglichkeiten auf. Zum Beispiel arbeiten wir an sogenannten modifizierten Hölzern. Heimisches Holz wird mit Wärme oder textilen Vernetzern so modifiziert, dass es bedenkenlos im Außenbereich eingesetzt werden kann. Damit erschließen sich neue Wege, chemischer Holzschutz oder der Einsatz von Tropenholz kann hier entfallen.
So schön wie unser Werkstoff Holz ist und auch die vielen rationellen guten Gründe für den Einsatz von Holz, sollen nicht darüber hinweg täuschen, das Holz kein einfacher Werkstoff ist. Leider sind die Eigenschaften neben der Holzart noch von vielen anderen Faktoren abhängig. Auch die Inhomogenität des Holzes und die Ausrichtung der Zellen in Längsachse machen den Sachverhalt nicht einfacher. Für synthetische, homogene Stoffe wie Stahl oder Kunststoff wären einige Kapitel im Studium deutlich kürzer und einfacher. Aber vielleicht ist es ja gerade die Vielfalt und Einzigartigkeit des Werkstoffs Holz, die uns reizen, sich intensiver damit zu befassen.
Prof. Leps (leps(at)fh-rosenheim.de)
Dozent für Werkstoffkunde
2. Warum Technik?

Warum Technik studieren und nicht Marketing, Medienwissenschaften oder Architektur?
Diese Frage steht bei vielen Studienanfängern im Raum. Aber es gibt sehr gute Argumente für ein Ingenieurstudium.
Zuallererst das Ziel: nach dem Studium einen interessanten und gut bezahlten Job haben, ohne ewiges Praktikantendasein und mit guten Aufstiegschancen in der Zukunft. Ingenieure werden in allen Bereichen der Wirtschaft dringend gesucht, Menschen die etwas bewegen und damit verbessern wollen und können. Der deutsche Ingenieur hat ungebrochen einen exzellenten Ruf in der ganzen Welt. Das liegt nicht nur am fachlichen Können, sondern vor allem an der erlernten und erprobten Fähigkeit - für Probleme Lösungen zu finden und umzusetzen. Wenn Sie ein Studium der Holztechnik in Rosenheim erfolgreich absolviert haben, haben Sie einen Job sicher! Hier in Deutschland genauso wie, wenn Sie mögen, in Australien.
Der zweite Grund ein Ingenieurstudium zu absolvieren, liegt in den beruflichen Aufstiegschancen eines Ingenieurs. Die meisten Unternehmen haben es inzwischen gelernt: ein Chef muss nicht ein Überflieger im Darstellen und Managen sein, vor allem muss er etwas vom Geschäft verstehen, Prozesse verbessern und Mitarbeiter motivieren.
In Management und Führungskompetenz können Sie sich nach Ihrem Berufsstart immer noch weiterbilden, wenn Sie die ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt haben. In Rosenheim kann man zum Beispiel einen Master of business und administration nach einer beruflichen Tätigkeit „nachtanken“. Das dauert dann zwei Jahre neben Ihrem Beruf und kostet Sie keine 4 Jahre BWL Studium. Umgekehrt ist der Weg nicht oder sehr schwer durchführbar.
Sich für ein Ingenieurstudium zu entscheiden - nicht zuletzt wegen der interessanten Tätigkeiten -, an Problemen zu tüfteln, Lösungen zu entwickeln und zu sehen, dass die eigene Idee funktioniert, ist eben etwas anderes, als auf Paragraphen herumzureiten oder Kostenstellen zusammenzurechnen. Als Ingenieur sind Sie der Motor in einem Unternehmen und nicht der Verwalter oder Beobachter.
Wir haben in der Holztechnik in Rosenheim viele Studenten, die diese Erfahrung schon im Praxissemester machen. Mit jeder erfolgreichen Lösung wachsen das Selbstvertrauen und der Mut, sich an Neues heranzuwagen. Wir unterstützen unsere Studenten dabei so gut wir können. Ab dem Hauptstudium werden Sie Projektarbeiten durchführen, Lösungen finden für Aufgabenstellungen direkt aus der Industrie. Gut vorbereitet zieht es dann schon im Praxissemester unsere Studenten raus in die weite Welt. Selbst so exotische Plätze wie Neuseeland, Hawaii oder Ghana sind in der Holztechnik nicht unüblich. Versuchen Sie das einmal mit einem beliebigen Betriebswirtschaftsstudium.
3. Warum in Rosenheim?
Dass wir schon seit über 80 Jahren erfolgreich Holztechnik-Ingenieure ausbilden, ist auf den ersten Blick kein so überwältigendes Argument. Aber als Rosenheimer finden Sie sich in einem Netzwerk von tausenden Rosenheimern wieder, das über die ganze Welt gespannt ist. Von den entlegensten bis aufregendsten Ecken der Welt finden Sie in holzverarbeitenden Betrieben fast immer einen Rosenheimer. Die Rosenheimer prägen diese Branche weltweit. Wenn Sie im Praktikum oder im Berufsstart sind, haben Sie somit immer einen Ansprechpartner und sind sofort im Kontakt.
Dieser Zusammenhalt kommt nicht von ungefähr. Traditionen werden auch bei uns im Studium gelebt. Und wenn Sie ein paar Wochen bei uns studiert haben, werden Sie feststellen, dass die „Holzer“ eine große Familie sind. Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Semestern, der Abschlussrundgang, der legendäre Hut und tausend andere Dinge sind nicht nur gut für ein gutes Studienklima, das schafft auch Beziehungen, die Sie im Beruf das ganze Leben brauchen werden.
Natürlich gehört auch eine erstklassige Ausbildung zu einem Rosenheimer Holzer. Nirgends auf der Welt werden Sie so viele branchenbekannte Spezialisten als Ihre Professoren finden. Modernste Labors und riesige Versuchsanstalten, alles was die Be- und Verarbeitung von Holz ausmacht, gibt es hier, von modernsten Massivholzmaschinen über CNC Bearbeitungszentren bis zur Oberflächenprüfung an Möbelteilen. Viele Anlagen kommen direkt vom Maschinenhersteller und werden ausgetauscht, wenn sie älter als drei Jahre sind, damit die Rosenheimer an den modernsten Maschinen lernen können.
Auch für die Rosenheimer Professoren ist klar – Holztechnik ist kein Studium, das nur in Hörsälen stattfindet. Die Grundlagen müssen sein, aber am besten lernt man eben doch, wenn man etwas tut. Wir Professoren haben ein Programm gestartet, um die Lehre interessanter und besser zu machen. Projektarbeiten werden Sie über die Semester begleiten, Wettbewerbe werden ausgeschrieben und um einige Praktika und viele Besuche in den Betrieben werden Sie wohl nicht herumkommen. Für die Praxissemester und Diplomarbeiten stapeln sich bei uns die Angebote. In der Branche weiß man, was man an einem Rosenheimer hat. Derzeit suchen sich unsere Holztechnik-Absolventen die Jobs aus, und wenn wir weiterhin so gute und engagierte Studenten in der Holztechnik in Rosenheim haben, wird das wohl auch in Zukunft so bleiben.
Ansprechpartner HT
Sylvi Laschett
Raum B 1.09
Telefon +49 (0)8031 / 805-495
Mail
studienberatung(at)fh-rosenheim.de



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