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Studienschwerpunkt Logistik

Warum ein Schwerpunkt Logistik?

"Die Versorgung beeinflusst alle Schlachten und entscheidet viele". Die Bedeutung dieser Formel, nämlich eine ausgefeilte Logistik, hat der Weltkriegs-General und spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower mit Erfolg konsequent angewandt. Erfinder der Logistik war jedoch der byzantinische Kaiser Leontos VI, der die Logistik als dritten kriegsentscheidenden Faktor neben Strategie und Taktik benannte.

Heute jedoch werden die entscheidensten Kriege um Vorherrschaft nicht mehr auf dem militärischen Schlachtfeld ausgetragen, sondern in der Wirtschaft. Analog dem Militärwesen hat man erkannt, dass eine Optimierung der technischen Systeme allein nicht mehr zum "Sieg" führt. Die Komplexität und die Vernetzung der Marktwirtschaft erfordert eine ganzheitliche, unternehmensübergreifende Betrachtungsweise mit Lösungsansätzen wie sie die Logistik bietet.

Der zunehmende Trend zur Globalisierung und Verlängerung der Lieferketten zwingt die Unternehmen zu intelligenten Lösungen. Im Zeitalter von Internet, E-Commerce und virtuellen Netzwerken ändern sich die Anforderungen an die Logistik, die weitaus mehr als den bloßen Versand von Waren per LKW darstellt. Die oft für Unternehmen überlebensnotwendige Reduzierung der Fertigungstiefe führt zu einer steigenden Bedeutung der Logistikunternehmen. Der kosteninduzierte Zwang zur Auslagerung von Unternehmensaktivitäten, der Wunsch nach einer ganzheitlichen Abwicklung und der Verknüpfung aller Prozessabläufe hat allein in Europa einen stabilen, wachstumsstarken Logistikmarkt mit einem Volumen von über 400 Mrd. Euro hervorgebracht.

Warentransport, aufgefüllte Regale, Reisen mit Bahn und Flugzeug, aufwendig gefertigte Produkte und Bestellungen via Internet sind nur einige wenige Beispiele, die ohne ein ausgeklügeltes Logistiksystem nicht möglich wären. E-Commerce, B2B, B2G, G2C, G2B etc. sind Anglizismen, die jeden Tag in den Medien genannt werden und wahrscheinlich die Vorboten einer neuen Ära im täglichen Wirtschaftsleben darstellen. Die Verlagerung des Handels auf elektronische Medien zwischen Unternehmen (B2B) sowie zwischen Unternehmen und Konsumenten (B2C) oder staatlichen Stellen (B2G) birgt gewaltige Wachstumspotentiale.

Das Zusammenwirken von E-Business und Logistik in globalen Netzen, verbunden mit steigenden Kundenanforderungen hinsichtlich des Servicegrades, verlangt eine beständige und schnelle Verfügbarkeit von Informationen, Produkten und Dienstleistungen. Ziele sind die kurzfristige und flexible Erfüllung kundenspezifischer Anforderungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, mit kurzen Wegen in der Abwicklung und kurzen Antworten bei reduzierten Kosten. Es sind allerdings Logistik-Ingenieure mit höchster technologischer und logistischer Kompetenz notwendig um im boomenden Bereich E-Business bestehen zu können. Auch muss die bestaunte New Economy erkennen, wie wichtig neben allen Online-Geschäften letztendlich Fachleute mit Kenntnissen in der physischen Logistik sind.

Analysten prognostizieren der Logistikbranche ein Wachstum von 15% p.a. Die voranschreitende Globalisierung und der verstärkte Konkurrenzdruck zwingen Unternehmen kostenorientierter zu denken und verstärkt in die Optimierung der logistischen Bedarfskette zu investieren. Ebenso wird das Wachstum des individuellen Güterverkehrs infolge des aufkommenden E-Commerces zu einem erhöhten Bedarf an Logistik und damit Bedarf an qualifizierten Logistik-Ingenieuren führen.

Wissenschaftliche Definition der Logistik

Logistik ist die wissenschaftliche Lehre der Planung, Steuerung und  Überwachung der Material-, Personen-, Energie- und Informationsflüsse in Systemen. (Jünemann R.: Materialfluss und Logistik, Springer-Verlag)

Der Aufgabenbereich eines Logistik Managers besteht darin,

  • die richtige Menge
  • der richtigen Objekte als Gegenstände der Logistik (Güter, Personen, Energie, Informationen)
  • am richtigen Ort (Quelle, Senke) im System
  • zum richtigen Zeitpunkt
  • in der richtigen Qualität
  • zu den richtigen Kosten

zur Verfügung zu stellen.

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