2. Veranstaltung der Mühldorfer Generationengespräche am Campus Mühldorf a. Inn

Mitte Januar fand am Campus Mühldorf a. Inn im Rahmen der Mühldorfer Generationengespräche die bereits zweite Ringvorlesung der Vortragsreihe in den neuen Gebäuden des Campus statt. Im thematischen Fokus stand dabei die „Angehörigenpflege neben dem Beruf – Chancen und Herausforderungen für Familien und Betriebe“.

(v.l.n.r.: Christian Widauer, Kerstin Dürlich, Prof. Dr. Julian Löhe, Angelika Tönshoff, Prof. Dr. Martin Müller)

Einen Einblick in die Situation von pflegenden Angehörigen gab Prof. Dr. Martin Müller in seinem Vortrag. Er stellte dar, dass es für jede Familie sehr wahrscheinlich ist, mit dem Thema Pflege von Angehörigen konfrontiert zu werden. Wichtig sei es, mit den Herausforderungen rechtzeitig umzugehen und Maßnahmen zu ergreifen, die Belastung nicht zu hoch werden zu lassen. Er zeigte auch, dass die Pflege von Angehörigen auch positive Seiten haben kann, z.B. durch das Gefühl, etwas zurückgeben zu können.  Wichtig für Angehörige ist es, in der Familie rechtzeitig über Wünsche und Möglichkeiten mit Blick auf plötzlich einsetzende Pflegebedürftigkeit zu sprechen.

Prof. Dr. Julian Löhe hat eine betriebliche Perspektive aufgenommen und aufgezeigt, dass die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Betriebe in Zukunft immens an Bedeutung gewinnen wird. Von großer Bedeutung ist auch hier, dass über das Thema gesprochen wird. Nur wenn der Betrieb weiß, wer betroffen ist und was diese Personen konkret brauchen, können Angebote zur besseren Vereinbarkeit gemacht werden. Hier fängt es bei Kleinigkeiten an, wie z.B. ein Parkplatz vor der Tür. Darüber zu sprechen erhöht auch die Akzeptanz bei den Kollegen. Der Einsatz eines „Change-Agents“, der Prozesse zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf initiiert und aufrecht erhält, ist leicht installiert und kann viel bringen, um das Thema zu platzieren. Etwa bei der Mitarbeitervertretung oder in der Unternehmenszeitschrift. Die Aufgabe eines Change-Agents kann etwa an Beschäftigte der Personalabteilung angedockt werden.

In der sich anschließenden offenen Diskussion mit den Gästen waren sich alle einig, dass das Thema noch zu wenig präsent ist und Informationen über gesetzliche Möglichkeiten, wie z.B. 10 Tage Lohnersatzleistung im Akutfall von Pflege, vielfach fehlen. Ein wichtiger und erster Ansatzpunkt besteht darin, mehr darüber zu sprechen. Sei es in der Familie oder im Beruf.

Das nächste Mühldorfer Generationengespräch findet Sommer 2018 statt, in dem wieder ein gesellschaftliches Thema von der Hochschule anschaulich und praxisnah aufbereitet wird.

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