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Letzte Gründungsprofessoren des Fachbereichs Informatik verabschiedet

Anlässlich des dies academicus 2018 wurden die letzten beiden Professoren der ersten Generation des Fachbereichs Informatik offiziell verabschiedet.

Ein Dreiviertel bzw. ein Vierteljahr bevor die ersten Diplomanden der Informatik an der (damaligen) Fachhochschule Rosenheim ihre Zeugnisse erhielten, wurden Dr. Theodor Tempelmeier (11/1988) und Dr. Ludwig Frank (03/1989) als Professoren für Informatik berufen. Sie gehören damit noch zur ersten Generation des Fachbereichs Informatik (Gründung 15.03.1991) und waren auch dabei, als am 01. Juni 2006 die heutige Fakultät für Informatik gegründet wurde.

Professor Dr. Ludwig Frank startete damals auf dem Gebiet der Anwendungsprogrammierung. Mit der enormen Entwicklung der IT-Welt änderte sich dies natürlich immer wieder. Zuletzt gab er sein Wissen in den Bereichen Systemprogrammierung, Compilerbau und Betriebssysteme weiter. Als Diplom-Mathematiker war er auch viele Jahre für die mathematisch fortgeschrittenen Module Mathematik 3 und MVI (Mathematische Verfahren der Informatik) verantwortlich. In beiden Lehrveranstaltungen kam es ihm immer darauf an, die Einsatzmöglichkeiten der Mathematik in der Informatik herauszuarbeiten. Im Vordergrund standen dabei die Kapazitätsplanung und die Verfügbarkeitsbewertung von Rechensystemen, die er in seinem Buch „Planung und Betrieb von Rechensystemen – Quantitative Methoden des System-Managements“ veröffentlichte.

Wie sehr ihm die Mathematik am Herzen liegt zeigte sich einmal mehr in diesem Jahr, als er wieder einen wissenschaftlichen Zeitschriften-Artikel aus dem Grenzgebiet zwischen der Mathematik und der Informatik verfasste: The Binomial and Negative Binomial Distribution in Discrete Time Markov Chains (in: Markov Processes and Related Fields, 23, 377-400 (2017)).

Die Belange unserer Fakultät unterstütze er als langjähriger Vorsitzender der Prüfungskommission des ehemaligen Diplom- und heutigen Bachelorstudiengangs Informatik (1991-2016) und als Studienberater der Fakultät. Als Prodekan (März 1991 bis September 2004) und Mitglied des Fakultätsrats war er dabei maßgeblich an der erfolgreichen Entwicklung unserer Fakultät beteiligt. Als Mitglied des Senats der Hochschule (1995-2001) begleitete er die fakultätsübergreifende Hochschulentwicklung mehrere Jahre aktiv mit.

Professor Dr. Theodor Tempelmeier begann seine Professorentätigkeit bei uns unter der allgemein gehaltenen Bezeichnung „Datentechnik“ für sein Lehrgebiet. Sein Schwerpunkt und Spezialgebiet lag tatsächlich vor allem aber in den Bereichen Rechnerarchitektur, Eingebettete Systeme und Echtzeitsysteme. 
Als erster und langjähriger Studiendekan (07/1999 – 09/2016) war auch er bereits vor Gründung der Fakultät für Informatik an der erfolgreichen Entwicklung dieser beteiligt. Neben der Verantwortung für die Stundenplanung und den Lehrbericht (etc.) stand er der Fakultät auch als Frauenbeauftragter und als Mitglied in der Kommission „Qualität in Lehre und Studium“ der Hochschule zur Seite. Dass er dabei für bestimmte Themen der Informatik den Einsatz klassischer Lehrmethoden verteidigte, stand nicht im Gegensatz zu einer fortschrittlich ausgerichteten Lehrtätigkeit: Zur „klassischen“ Lehrmethode an Fachhochschulen gehört für Professor Dr. Tempelmeier immer auch ein guter interaktiver seminaristischer Unterricht.

Dies zeigt sich auch in seinem Beitrag: Didactics in Computer Science Education at Universities of Applied Sciences (in: Unger, Herwig; Halang, Wolfgang A. (Eds.): Autonomous Systems 2016. Proceedings of the 8th GI Conference. Fortschritt-Berichte. VDI, Reihe10, Nr . 848. Düsseldorf, VDI Verlag 2016. pp. 195-209.)1

Zu seinen Verdiensten gegenüber der Fakultät gehört auch die Pflege der Industriebeziehungen in seinem Spezialgebiet (Eingebettete Systeme, sicherheitskritische Systeme und Echtzeitsysteme), insbesondere zu seiner früheren Firma EADS (heute Airbus), die interessante Projekte ermöglichten und gelegentlich Drittmittel ergaben.

Aktuell unterstützen beide Professoren unsere Fakultät mit Lehraufträgen. Dafür ein ebenso herzliches Dankeschön, wie für die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit und die damit verbundenen Erlebnisse.

Wir wünschen Professor Dr. Frank und Professor Dr. Tempelmeier für die Zukunft alles Gute sowie viel Erfolg und Gesundheit im (Un-)Ruhestand. Ihr Wirken wird in unserer Fakultät sicher noch lange sichtbar bleiben.

 

1[Extended Version auf ResearchGate verfügbar unter DOI: 10.13140/RG.2.2.30414.87360]

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